Sie wollen mithelfen?
Das Taubblindenheim ist dankbar für jeden Freiwilligen, der sich an der Gestaltung des Heimlebens beteiligen will. Die Schulung
in der Lorm-Tastsprache erfolgt kostenlos.
Caritas-Taubblindenheim Herbert Nellessen
Finkenweg 13
36115 Hilders-Steinbach
Telefon: 06681 / 9607-0
www.seniorenheim-rhoen.de
Lesestoff mit Motivationsgarantie
Diese Geschichte erschien in der Zeitschrift Sozialcourage. Vier Mal im Jahr berichtet sie von Menschen, die sich sozial engagieren. Erfahren Sie mehr über Sozialcourage – Das Magazin für soziales Handeln
Mit Händen und Füßen sehen

Deutschlands einziges Caritas-Taubblindenheim steht in Hilders-Steinbach. Ehrenamtliche begleiten die Bewohner hinaus ins
Leben.
Im Herbert Nellessen-Heim hat jeder Weg ein Geländer. Sie markieren Pfade, auf denen sich die Heimbewohner zielgenau bewegen:
von ihrem Zimmer durch das Atrium in die Verwaltung, in den Speisesaal oder in den Garten. Hier sind die Kreuzungen zusätzlich
mit kleinen, ertastbaren Pfeilen markiert. Verlaufen unmöglich, auch für die Heimbewohner, die weder hören noch sehen.
Raus aus der Isolation
Jeder von ihnen benötigt eine individuelle Betreuung. Die hängt unter anderem davon ab, in welchem Alter die Behinderung eintrat. Es geht darum, die Isolation aufzubrechen, denn wer die Taubblindheit als schleichenden Prozess erfährt, zieht sich immer mehr zurück. Damit das nicht passiert, engagieren sich Ehrenamtliche in dem Heim. „Ohne diese Hilfe wären viele Dinge nicht machbar“, betont Heimleiter Günter Gerden. Bei Ausflügen, Festen, Gottesdiensten oder Aktionen wie dem gemeinsamen Einkauf oder der Gartenarbeit – jeder Heimbewohner braucht einen Partner an der Hand, um das Gespräch aufrecht zu erhalten. Und das im wahrsten Sinn des Wortes: Bei Lormen, der offiziellen Sprache der Taubblinden, werden die einzelnen Buchstaben durch Berührungen in die Hand diktiert. Alle Mitarbeiter beherrschen diese Fingersprache und auch die freiwilligen Helferinnen und Helfer.
Die Finger tanzen über die Hand

Beim Sprechen tanzen dann die Finger über die Hände des Partners. „Wir nennen das Schreibmaschine in die Hand", sagt Maria
Mehler. Wie viele andere aus der Nachbarschaft hat sie sich die freiwillige Helferin das Lormen angeeignet, „denn wir wollen
ja miteinander ins Gespräch kommen ". Wie ihre Ehrenamtskollegin Anna Wolfer ist sie seit Jahren dabei, wenn die Bewohner
von Herbert Nellessen die Umwelt aus ihrem „Blickwinkel“ kennen lernen. Auf der Wasserkuppe zum Beispiel, dem Mekka der Segelflieger,
besuchten sie den Hangar und erfühlten sich eines der Flugzeuge. Ein anderer Exkurs ging in eine Apfelkelterei, nachdem die
Gruppe vorher einer Streuobstwiese mit Apfelbäumen ein Besuch abgestattet hatte. Für Anna Wolfer sind das besondere Momente:
„Hier im Taubblindenheim wird keiner abgestellt, hier werden alle beschäftigt und erleben was! Es ist das beste Heim überhaupt,
schreiben Sie das ruhig!"
Christian Scharf – Caritas im Bistum Fulda
