Das Projekt Schülerpaten
Hauptschüler der 8. Klasse sollen fit gemacht werden für die Arbeitswelt und das Berufsleben. Dabei geht es um die individuelle
Begleitung und um authentische Berichte aus der Arbeitswelt.
Die Paten ersetzen nicht die Arbeit der Lehrer und Berufsberater, sondern ergänzen diese. Deshalb brauchen sie auch keine
pädagogische Vorbildung, allerdings werden ein selbstbewusster Umgang mit jungen Menschen und Verständnis für deren Lage erwartet.
Kontakt:
CariThek , Bamberger Freiwilligenzentrum
Telefon 0951/ 86 04-140
E-Mail: carithek@caritas-bamberg.de
Mit Sympathie und Offenheit zum Erfolg
In einem Pilotprojekt begleiteten Paten in Bamberg Hauptschüler beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Beim Speed-Dating vor einem Jahr haben sie sich füreinander entschieden. Ein kurzes Gespräch, ein Blick in die Augen und es war klar, welcher ehrenamtliche Pate welchen Hauptschüler begleitet. 40 gemeinsame Stunden liegen hinter ihnen – und fast alle sind zufrieden mit dem, was sie erreicht haben.„Ich habe von meiner Patin viel Unterstützung erhalten und fand es schön, dass neben Übungslektionen auch Zeit für Gespräche blieb – nicht nur über die Schule“, berichtet Schülerin Franziska.
Auch für die Lehrer der Kaulbergschuleist ist das Pilotprojekt zur Unterstützung von Hauptschülern beim Übergang von der Schule in den Beruf ein Erfolg. Sie halten den Einsatz der Patinnen und Paten für einen „unbezahlbaren Einsatz“. Beim Jahresschlusstreffen tauschten Schülerpaten, Eltern und Lehrkräfte ihre Beobachtungen und Erfahrungen aus. Bereits während des Jahres hatten sie zahlreiche Gespräche geführt und Strategien zur optimalen Förderung der Jugendlichen entwickelt.
Unrealistische Berufswünsche gerade rücken
„In diesem Alter kann es sehr wichtig sein, bei Schulproblemen verständnisvoll aufgefangen und wieder aufgebaut zu werden“, erklärt Lehrer Michael Rieger und sieht hier eine wichtige Aufgabe für die Paten. Fortschritte gab es in den Problemfächern, aber auch in punkto Offenheit. Ein wichtiges Thema für alle ist die Berufswahl, und auch hier geben die Paten aus eigener Erfahrung wertvolle Tipps. Manchmal gelingt es, allzu unrealistische Vorstellungen gerade zu rücken.
Die Paten profitieren auch von den Schülern
„Wenn man von außen kommt, kann man Schwachstellen leichter ansprechen und das unumgängliche Pauken einfordern“, begründet Karlheinz Schwarz die Vorteile der Paten gegenüber Eltern und Lehrern. Der Diplomingenieur im Ruhestand hat beim Mathe-Büffeln mit Katharina „nicht nur etwas gegeben, sondern auch sehr viel zurückbekommen“.
Entlastung für die Beziehung zwischen Eltern und Jugendlichen
Dass eine fremde Person ihre Freizeit opfert, um seine Tochter zu unterstützen, findet ein Vater bewundernswert – vor allem
auch „weil ich mich dann beim Lernen nicht mit dem eigenen Kind in die Wolle kriege“. Dass der Sympathiefaktor für eine konstruktive
Zusammenarbeit wichtig ist, bestätigten alle Beteiligten. „Und das Vertrauen wächst schneller, wenn man keine Noten vergeben
muss“, weiß Schulsozialpädagogin Martina Raab aus eigener Erfahrung.
Renate Steinhorst
